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Die Schützengesellsellschaft Ribbesbüttel 2009 




 



Die Geschichte

Eine Chronik von Walter Wiegmann (†) zum Jubelschützenfest

Um auf das Gründungsjahr der Schützengesellschaft zu kommen, muß man weit zurückgreifen, um zu verstehen, aus welchem Bedürfnis und aus welcher Tradition heraus dieser Verein ins Leben gerufen wurde. Es ist nicht mehr hundertprozentig festzustellen, wann das erste Schützenfest in Ribbesbüttel stattgefunden hat, sicherlich aber schon vor der Jahrhundertwende.
Eine ältere Scheibe aus dem Jahre 1905 beweist, daß es schon vor knapp 100 Jahren in Ribbesbüttel Schützenkorps und Schützengesellschaft gegeben hat. Vermutlich sind die Schützenfeste durch die Zusammenkunft von Kriegsveteranen aus dem Befreiungskrieg und weiteren Kriegen zustande gekommen. Einwandfrei zurückverfolgen kann man die Feste leider erst nach dem 1. Weltkrieg. In vielen Orten wurden zu diesem Zeitpunkt Schützenvereine gegründet. Leider ist dabei in Ribbesbüttel keine Schützenvereinigung entstanden. Hier bei uns gestaltete man die Feste durch eine Junge Gesellschaft: Alle Junggesellen fanden sich jedes Jahr zusammen um das Fest zu feiern. Der jeweilige König mußte für das nächste Jahr alles wieder neu organisieren. Gewisse Details wurden streng eingehalten, so mußte zum Beispiel jeder Schütze eine Dame zum Fest einladen. Der Schütze war dann an den Schützenfesttagen Gast bei seiner Ehrendame. Der Große und der Kleine König sowie der Hauptmann hatten die Pflicht und das Vergnügen, bei den Umzügen hoch zu Ross durch das Dorf zu reiten. Manchem ungelernten Reiter ist bei dieser Angelegenheit der kalte Schweiß ausgebrochen.

In den Jahren von 1933 bis 1938 fanden keine Feste statt; war es der Mangel an Junggesellen, oder war es die Zeit als SA und HJ reichlich zu marschieren hatten. Trotz alledem fand sich 1939 wieder eine Junge Gesellschaft zusammmen um ein Schützenfest zu feiern. Mit viel Aufwand und Begeisterung wurde dieses Fest gefeiert. Viele dieser jungen Leute sind dann leider aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr zurückgekehrt.
Nachdem die Militärregierung festgestellt hatte, daß das Schützenwesen in Deutschland keine militärische Vereinigung war, durfte man ab 1948 wieder Schützenfeste gestalten. Da man uns mit Pulver zu ladende Waffen noch nicht zutraute, mußte nach „Wilhelm Tell“ mit Pfeil und Bogen zu Werke gegangen werden. Mit vielen Schwierigkeiten konnte eine alte Armbrust vom Schützenverein „Tell“ Gravenhorst ausgeliehen werden. Nachdem nun eine der wichtigsten Voraussetzungen geschaffen war, wurde von einigen Jungen und auch von verheirateten Ribbesbüttelern zur Gründung einer Schützengesellschaft aufgerufen. Im Jahre 1949 fand im Gasthaus Bock die Gründungsversammlung statt. 25 Schützen nahmen daran teil. Aufgerufen hatten zu dieser Versammlung (sie mögen hier genannt werden, denn sie hatten großen Anteil am Zustandekommen der Schützengesellschaft): Erich Wieter, Hermann Vogel, Willi Horn, Helmut Siedentopf und Walter Wiegmann.
Es muß hier aber auch geschrieben werden, daß alle anderen Schützen mit Begeisterung dabei waren und jeder seinen Teil dazu beigetragen hat, daß diese Gesellschaft gegründet wurde. Das erste Schützenfest nach dem 2.Weltkrieg wird allen Beteiligten in steter Erinnerung bleiben. Es war ein Fest voller Harmonie zwischen den „Hiesigen“ und den damals noch sogenannten „Flüchtlingen“. Die D-Mark war noch sehr hart und knapp; die Rübenschnapsära ging langsam zu Ende und unser erster Schützenkönig Klaus Werner mußte jede Mark zusammenkratzen, um seine Pflichten zu erfüllen.
Nachdem man wieder mit dem Luftgewehr und ab 1953 auch wieder mit dem Kleinkaliber schießen durfte, war es an der Zeit, an den Bau eines Schießstandes zu denken. Der erste Schießstand wurde auf dem Grundstück von Fritz Bock errichtet, leider aber nur für ein Jahr genehmigt.

So wurde dann im Jahre 1954 auf dem Grundstück von Gastwirt Robert Blumenberg ein zeichnungsgerechter Stand gebaut. Viele Helfer, denen das Baumaterial von Gastwirt Blumenberg zur Verfügung gestellt wurde, waren tagelang beim Bau anzutreffen. Im selben Jahr wurde auch das erste Kleinkalibergewehr angeschafft. Jetzt war uns die Möglichkeit gegeben sportliches Schießen zu veranstalten.

Meisterschaften wurden ausgeschosssen, Pokale und Ehrenscheiben wurden gestiftet. Es begann ein reger Schießbetrieb auf unserem Stand. Ein jeder hatte das Gefühl, daß unsere Schützengesellschaft sich zu einem stabilen Verein entwickelt hat. Im Jahre 1956, angeregt durch den König Jürgen Meyer, wurde eine Fahne angeschafft. Eingeweiht wurde diese Fahne vom damaligen Pastor Schmidt, welcher großes Interesse an unserem Verein bekundete. Mit seinen markanten Worten und Taten hat er uns immer freundlich unterstützt.

Hatte man bis 1961 auf einen gewählten Vorstand verzichtet (bis dahin hatten immer die jeweiligen drei besten Schützen beim Königsschießen die Vereinsgeschäfte geführt), so war man jetzt einstimmig bereit, Statuten aufzustellen und die Gesellschaft von 1949 e.V. in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Der erste nach den Statuten gewählte Vorstand setzte sich aus folgenden Schützenbrüdern zusammen:
1. Vorsitzender Walter Wiegmann, 2. Vorsitzender Erwin Grobe, Geschäftsführer Ernst Wehmann, Schießwart Heinrich Schulze
Ein neuer Aufschwung entstand im Verein. Besonders dem Schießwart Heinrich Schulze war es zu verdanken, daß der Schießsport zu einem guten Leistungssport wurde. Es wurden Luftgewehre beschafft, auf dem Saal von Gastwirt Hermann Krüger ein Luftgewehrstand aufgebaut, der Kleinkaliberstand massiv umgebaut. Es wurde alles getan um dem Kreisschützenbund beitreten zu können. Der Beitritt erfolgte dann im Jahre 1966. Viele Jugendliche fanden Spaß und Interesse am Schießsport. Gute vordere Plätze bei Meisterschaften waren der Lohn für eifriges Training. Der größte Erfolg war zunächst die Kreismeisterschaft im Jahre 1969 in der 2. Kreisklasse. Viele Kontakte sind mit vielen anderen Vereinen entstanden. So manches Abschlußschießen wird in guter Erinnerung bleiben. 1978 wurde in Wolfsburg das Italienerdorf abgebaut. Durch die Vermittlung vom damaligen 1. Vorsitzenden Reinhard Schönhoff war es möglich, einen Teil dieser Bauten zu kaufen. Mit mehreren Gummiwagen und vielen Helfern wurde abgebaut und verladen. Im Garten von Gastwirt Hermann Krüger wurde das Ganze wieder aufgebaut. Es entstand ein wirklich schmuckes Schießheim mit 10 Luftgewehrbahnen.
Dazu ein freundlicher Aufenthaltsraum. Mit einer kleinen Einweihungsfeier wurde 1978 ein reger Schießbetrieb eingeleitet. Manche gemütliche Zusammenkunft und etliche Feiern wurden veranstaltet. Man hatte jetzt einen Raum, in dem der Verein einen festen Platz gefunden hatte. Bei einer Besichtigung war der Oberkreisdirektor Dr. Lemke sehr angetan von unserem Eigenbau. Herrn Dr. Lemke ist es zu verdanken, daß uns 10 000,– DM von der Gemeinde Ribbesbüttel überwiesen wurden, hierdurch konnte der Bau fast zu hundert Prozent finanziert werden.
In den Jahren 1993/94 wurde auf dem Sportplatz eine Dorfbegegnungsstätte errichtet. Auf Wunsch der Feuerwehr, ein neues Gerätehaus zu erstellen, ergab sich die Möglichkeit, einen gemeinsamen Bau für Feuerwehr, Schützen und Gemeindebüro zu errichten. Von der Samtgemeinde und der Gemeinde Ribbesbüttel wurde geplant und genehmigt, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Mit fast hundertprozentiger Eigenleistung von Feuerwehr, Schützen und vielen Helfern wurde der Bau im Herbst 1994 begonnen, schon am 21. 2. 1995 konnte man Richtfest feiern.
Ein Jahr später, am 16. 3. 1996, wurde der gesamte Bau feierlich eingeweiht. Nun hatten wir Schützen ein Schießheim mit 10 Schießbahnen, wobei 2 Bahnen auf Zimmerstutzen und Armbrust umgebaut werden können. Der damals 1. Vorsitzender Oskar Dimmler zusammen mit vielen Helfern haben den Versammlungsraum wunderbar hergerichtet. Eine Teeküche und eine Waffenkammer wurde eingebaut; Stühle und Tische durften auch nicht fehlen. Schon einige Male wurde dieser Raum vom Kreisschützenverband für Lehrgänge genutzt. Auf dieses Schützenheim kann unsere Gesellschaft stolz sein. Möge dieses Heim für viele Schützendamen und -herren ein gemütliches Zuhause werden. Wir würden uns freuen, wenn noch viele Ribbesbütteler, besonders die Jugend, unserer Gesellschaft beitreten. Es ist für alle genügend Platz vorhanden. So schaut nun unser Verein nach 50 Jahren einer gesicherten Zukunft entgegen. Viel ist in den 50 Jahren erhalten und geschaffen worden. Als Höhepunkt ist besonders in jedem Jahr das Schützenfest zu bezeichnen. Weit über 50 Könige wurden feierlich gekrönt.

Möge die Schützengesellschaft Ribbesbüttel von 1949 e.V. blühen und gedeihen.